Sep 122010
 

12.09.2010
Die Akte Chaos Computer Club – Ein Portrait
3sat Neues
Film von Gabi Glasstetter und Uta Meyer

Es geschah 2008 auf dem Höhepunkt der Debatte um biometrische Datenerfassung: Der „Chaos Computer Club“ (CCC) legte seiner Vereinszeitschrift „Die Datenschleuder“ ein biometrisches Sammelalbum für die Fingerabdrücke verschiedener mit dem Thema befassten Politiker bei. Das erste Feld füllte ein ganz besonders prominenter Fingerabdruck: der des damaligen Innenministers, Wolfgang Schäuble. Den Abdruck hatten CCC-Aktivisten von einem Wasserglas genommen, das Schäuble bei einer öffentlichen Veranstaltung benutzt hatte. So wollte man der Debatte um die biometrische Kompletterfassung der Bundesbürger eine konkrete Form geben. Noch bis in die 1980er Jahre galten die Clubmitglieder als ein Haufen verrückter Freaks – von vielen belächelt, teils sogar als kriminell verschrien. Die Zeiten haben sich geändert. Heute legen die obersten Richter des Bundesverfassungsgerichts wert auf eine Expertise des CCC, seine Mitglieder sind Teilnehmer bei Hintergrundgesprächen in Berlin und sorgen weiterhin mit spektakulären Aktionen für Öffentlichkeit.
„neues spezial: AKTE CCC – Der Chaos Computer Club“ stellt die Organisation vor und hinterfragt das Sammeln biometrischer Daten.

via ( vimeo.com ) via ( nerdcore.de ) via ( Netzpolitk.org )

Nov 012009
 

Donnerstag 22.10.2009 20:41 MEWZ

Das Festnetz bimmelt.
Display: 0611-9996080

„Hallo?!“
Stille.
„Haaalllloooo!“
Frauenstimme: „Blablabla…GmbH und Co KG. Wir machen eine Umfrage zum Fernseh- und Radioprogrammm und…“
„STOP! Bitte rufen sie hier nie wieder an und streichen sie mich von Ihrer Liste. Danke.“
Click.

Bohr.
So nett und freundlich war ich lange nicht.
Die Trulla klang wie Gina Wild auf Ecstasy, das Gespräch wurde sicher nach Sekunden abgerechnet.

Die Nummer steht in keinem Telefonbuch/Verzeichnis, doch Datenschutz interessiert solche stalkenden Prostituierten offensichtlich nicht.

Freitag 30.10.2009 16:23 MEWZ

Ich komme aus der Dusche und steige in den Bademantel, da klingelt es an der Tür.
In freudiger Erwartung auf das Grinsen der blonden Granate vom Paketdienst GLS schlüpfe ich in standesgemässe Adiletten und mache mich klitschnass auf den Weg ins Erdgeschoss.
In ersten Stock begegnet mir ein grauhaariger Herr Anfang 50, Typ gescheiterter Berufsschulehrer oder obdachloser Weihnachtsmann.

„Herr X.?“
„Wer möchte das wissen?“
„Trocknen Sie sich ersma ab!“
„Nö.“
„Blablabla….Gebührenbeauftragter vom WDR…..sie sind nicht bei der GEZ gemeldet…..laberblafasel“
„Schade.“

Ich grinse ihm ins Gesicht, reibe mir mit dem Bademantel die Restfeuchtigkeit aus dem Schritt und gehe zurück in meine Wohnung.

Tür zu.
Gleich klopft es wie irre und das wilde Geschrei geht los, das übliche Programm halt.

Doch nichts passiert.
Gar nichts.
Überhaupt gar nichts.
Dieser Loser hat offensichtlich seine Eier zuhause vergessen.

Die nächsten Tage landen vermutlich wieder billigste Visitenkarten der Sorte „Wir reparieren Ihren Fernseher schnell und günstig!“ in unseren Briefkästen mit den „Keine Werbung!“-Aufklebern.
Und das wars dann.
Schade eigentlich.

Ich ziehe den Schlagring wieder ab und mich an.

Nein, ich habe noch nie GEZahlt.
Das werde ich in diesem Leben nicht, die entsprechenden audiovisuellen Volksempfänger kommen mir nicht ins Haus.

Mittlerweile wollen diese grenzdebilen Schmarotzer für die blosse Existenz meines Rechners Geld sehen.
Der _könnte_ was „empfangen“, falls ich ihm was kaufen, einbauen und installieren würde.

Könnte. Würde.
Nach der gleichen Logik des Konjunktivs könnte ich Kindergeld verlangen. Ich habe zwar keine, aber das Werkzeug dazu ist vorhanden.

Obwohl…..wann kommt endlich GLS?

Autor: ANONYM – Besten Dank für den Text :-)!