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Aug 012017
 

Atafee Bosch

Die Edelstahl-Frontplatte meiner MitbewohnerIn Atafee Bosch erstrahlt nicht in dem Glanz, in dem sie mir täglich aufs Neue mein mobiles Kücheninventar präsentiert. Mann sieht jeden Fingerabdruck auf der Oberfläche und im dunkeln kochen macht zwar Spaß, jedoch sieht der Boden nach wenigen Tagen aus, wie in einem Bochumer Hackerspace.
Polieren ist angesagt. Balistol mag ich nicht nehmen, es reicht mir, wenn mein Flur und mein Schlafzimmer nach Kathrin JägerIn riecht. Eine ehemalige Frauenbeauftragte gibt mir den Tip, es mit Babytüchern zu versuchen. Hmmmmm. Fett fällt auf Fett nicht auf und Fett zieht eh Fett an. Beide Thesen lassen sich täglich in der Warteschlange von McDoof oder dem Würgerking empirisch verifizieren – das könnte mit Öl durchaus funktionieren.
Obwohl, dank WLAN stelle ich gerade fest: Tücher mit Öl brauche ich nicht, mir reicht Öl.
Da hängt Zellstoff neben mir an der Wand, in Handbreite, auf ’ner Rolle.
Das kennt ihr. Hoffentlich.
Und wenn nicht, dann kenne ich Euch nicht.
Hoffe ich.

Mensch mit Menstruationshintergrund

Ab in die City auf die lokale Konsumrennstrecke. Mitten in der Fußgängerzone springt mir ein Mensch mit Menstruationshintergrund in den Weg, Typ Lehramtsstudentin (IQ: ca.95B) auf SoziIrgendwas und/oder Berufstochter in 08/15-H&M-Klamotten. Die mir zur Schau gestellte Benutzeroberfläche (Hb:6+, HSE?) fällt nicht sofort aus meinem Beuteraster, wenn sie noch besser aussehen würde, könnte sie meine Tochter sein. Sie brabbelt munter drauf los und meint, ich wäre als Model geeignet. Prima, ihre Sehschärfe und ihr Urteilsvermögen sind einwandfrei, mal sehen, wie es jetzt weiter geht. Du Stück.
Die Allerwerteste erzählt mir was von einer Frau Klum und einer seltsamen Model-Show im Abendprogramm der verstrahlten Bewegtbilder und ich höre gespannt den Märchen aus einer mir nicht bekannten Welt zu, weil: Fernsehen kenne ich seit Jahrzehnten nicht und die Trulla arbeitet offensichtlich für einen privat finanzierten Idiotensender.
Moment. Nun peile ich, was das Rotkäppchen dem Wolf erzählen will. Ich soll ins Prekariatsfernsehen? Ich soll mich bewerben und vor einem Millionenpublikum an minderbegabten TV-KonsumentInnen herumturnen, damit sich dieses ehemalige Model aus den Sechzigern an mir finanziell einen runter holt? Wie gestört ist das denn? Ich lache dem Funkenmariechen schallend ins Gesicht! „HEY, VERGISS ES! Wenn Deine Oma Heidi mich sehen will, dann setze ich ihr einen sechsstelligen Tagessatz in Rechnung!!1!11″…“Blablabla“…Diese SexistIN stellt sich taub…“…LaberRahBaber…“ Ich winke ihr zu, doch die blubbert stumpf weiter. „…BlaFaselBlubberSülz!“ Das Aufmerksamkeitsdefizit dieser SchwafelakrobatIn ist beachtlich. Es klatscht gleich. Aber keinen Beifall. Schluß jetzt. „Sachma, Frollein! Hast Du Deinen Beipackzettel nicht richtig gelesen? Zieh‘ Dir ’ne Nummer und stell‘ Dich hinten an!“ Und tschüss.
IsMirÜbel! Was. Für. Eine. Hartgeldnutte. Und so was läuft ungeknebelt und ohne Leine durch meine Stadt. Ich fasse es nicht. Diese verstrahlte SexistIN sollte sich einen Wohnwagen besorgen und zur Universität Essen wechseln. Dann verpasse ich diesem rabulistischem Erstsemester eine Einführungsveranstaltung und sie verdient auf den Straßen vonner Uni Essen Richtung Norden mehr, als hier in der Bochumer Fußgängerzone. Sehr viel mehr. Und dort muss sie nicht mal reden, wenn sie den Mund aufmacht.

Labyrinth

Weiter gehts zum lokalen Lackier- & Restaurationsfachbedarf, kurz: „DM“. Die haben den Laden umgebaut – in einen Irrgarten. BOHR, was ist das hell hier! Und alles so schön bunt! Bei den Lackstiften gibt eine Farbpalette, die unseren Herner Heimwerkertempel Hornbach blass aussehen lassen. Das Weibsvolk stellt Sachen mit sich an, dafür bekommt jeder Gebrauchtwagenhändler drei Jahre. Mindestens. Ohne Bewährung.
In meiner Tanke stehen die Zahnbürsten neben dem Kontaktsportbedarf, der erste Gang links vom Sekt, das kann ich mir merken. Hier im DM komme ich mir vor, wie in der Geisterbahn des Phantasialandes – hinter jedem Regal lauert eine neue Überraschung.
Das preiswerte Trockenfleisch sieht lecker aus, doch seltsamerweise verziert ein Hund die Verpackung. Ist das für den verzogenen Wadenbeisser von heute oder sind da etwa Teile von frisierten Pudeln drin? Bei letzterem würde ich es mir sicher zum Abendessen genehmigen.
Einen Gang weiter betatscht freilaufendes Stöckelwild den Bildschirm eines unschuldigen Photoautomaten und schiebt ihm einen dicken USB-Stick rein. *AUA!* Nun hat es das Hühnervolk übertrieben, das war eindeutig zu viel. Der Konsum-Roboter aus dem Hause Kodak schaltet binnen Millisekunden in den Notwehr-Modus. Er präsentiert den staunenden Frolleinwundern einen waschechten Windoze-Blue-Screen…..*KREISCH!*
*RUMMS!* Es wird dunkel. Mein Fluchtreflex (siehe ICD 10: Schwanzus Longus Linus Thorvaldus) setzt ein. Der Puls steigt innerhalb von 2,3 Millisekunden auf 220+, es riecht nach verbrannten Schuhsohlen, und Zehntelsekunden später finde ich mich am anderen Ende des Ladens wieder.
*RÄUSPER!* War was? Die sekundenlange Amnesie lässt nach, der Geruch von Chicks liegt in der Luft und auf dem Zettel in meiner Hand steht was von Öl….achja, ich wollt‘ einkaufen.
Überraschung! Zwischen den Mondfahrzeugen, die sich frau heute so als manuelles Fortbewegungsmittel für ihre Käwihns und Schandtals finanzieren lässt, sehe ich Pampers im Regal: Abteilung Kinderkacke! Ölquelle! Ich entdecke eine Flasche Babyöl. Bei den Inhaltsstoffen auf dem Etikett steht:

HELIanthus AnNuUS

Das klingt nach Hubschrauber und SieWissenSchon. Eine DrogeriefachverkäuferIn, falls hier überhaupt eine arbeitet, hat sicher kein großes Latinum im Lebenslauf stehen und ich lese weiter. Das Babyöl ist VEGAN. Na prima, jetzt bin ich beruhigt.
Es wäre auch schlimm, wenn das nicht so wäre. Was hätte denn tierisches Fett am Zwergenhinterteil zu suchen? Dann riecht das Kinderzimmer doch, als ob der Chefkoch auf dem Thron sitzt und dabei eine Currywurst Pommes Mayo verspeist.
Und wenn schon. Wer hat denn Angst vor nicht-veganen Babyöl? VeganerInnen. „VeganerIn“ kommt aus dem indianischen und heißt übersetzt: „Squaw, die zu dumm zum jagen ist“. Schlimmes Volk. Diese Bionadebiotop-BewohnerInnen essen auch kein Huhn, weil da Ei drin ist, und gackern den ganzen Tag, obwohl sie noch nie eins gelegt haben.
Das Öl ist von Hipp. Die Kaufentscheidung ist gefallen, weil Hipp ist mir sympathisch, die machen doch auch Nahrung, die mann sich nach einer intensiven Diskussion mit dem Herrn Jägermeister und Tante Absolut zum Frühstück geben kann. Und nun suche ich den Ausgang.

Deo Angela

DEO ANGELA
Nein! Es ist doch passiert: ich unterliege der konsumtechnischen Verführung und kaufe doch einen Artikel aus dem Hause Balistol. Dieses Deo ist seit Monaten ein Verkaufsschlager, es ist mittlerweile in jeder Damenhandtasche des Ruhrgebiets zu finden. Und ab sofort auch in der Hosentasche meiner Tante, die dank einer kulturbereichernden Begegnung mit lokalen Fachkräften für spontane Eigentumsübertragung die weniger stolze Besitzerin eines Behindertenausweises geworden ist.

Blue Screen of Death

BLUE SCREEN
Auf dem Weg nach draußen stehe ich vor einem bemitleidenswerten Bildschirm. Diese Geräte sind randalefest und idiotensicher gebaut. Doch hier scheinen feinmotorisch gestörte SchimpansINNEN Ihr Unwesen zu treiben.

Der Ausgang

*SCHRECK!* Bin ich hier in Köln? Was ist das denn? Ein homosexueller Clown?
Nein, es ist doch nur eine UV-verstrahlte Menopausen-Barbie, die ihren Augenarzt verklagen und ihre zahlreichen Therapeuten erschießen sollte. Dafür braucht sie Munition. Und Euros. Viele Euros. Ich überreiche ihr ein paar Münzen…..“Hammse eine Päydreck-Kartäh?“….“Nööö, einen Schulabschluß!“….und DU gehörst ins Phantasialand!
Wenigstens habe ich etwas gelernt. Ich weiß jetzt wo

Heidi K.

aus dem Prekariatsfernsehen die Spachtelmasse für ihre Benutzeroberfläche her bekommt. Das sollte frau auch wissen, denn so schlimm sieht die Klum doch gar nicht aus.
Für eine 85-jährige.

me.

P.S.:
Und wie nennt mann eigentlich ältere Damen, die blutjunge Dinger zum Geldverdienen auf die Straße schicken,
und sich hemmungslos daran bereichern?