Okt 012002
 

Nazis on Speed - Band 1
Nazis on Speed
Drogen im 3.Reich
Herausgeber Werner Pieper
www.gruenekraft.com
Band 1 ISBN 3-930442-53-1
Band 2 ISBN 3-930442-54-X (Materialband)

Werner Pieper & The Grüne Kraft
Alte Schmiede
D-69488 Löhrbach
Fax 06201-22585

BUCHREZENSION
MUSHROOM MAGAZINE No.89 – Oktober 2002

Der Führer Adolf Hitler war ein Speed-Junkie mit persönlichem Leibarzt. Reichsmarschall Hermann Göring ein Kokainfreund, der sich seine Morphinsucht erst nach Kriegsende in den Nürnberger Prozessen abgewöhnte. Die Wehrmacht marschierte mit chemischer Unterstützung im Gepäck in den Krieg und kämpfte gegen die ebenfalls gedopten Alliierten.

Herausgeber Werner Pieper beschreibt in seinem zweibändigem Werk „Nazis on Speed“ die Geschichte der „Genussmittel“ von Anfang des 19.Jahrhundertes bis zum Ende des II. Weltkrieges in diesem unserem Lande. Es beinhaltet interessante Tatsachen, die nicht auf dem Lehrplan des Schulfaches Geschichte stehen. Anhand von Texten verschiedenster Autoren sowie zahlreichen Quellenangaben kann sich der Leser ein eigenes Bild von der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der „Genussmittel“ hin zum „Rauschgift“ machen.
Insbesondere bei der Lektüre der menschenverachtenden Beiträge nationalsozialistischer Schreiberlinge wird deutlich, wie in dieser Zeit gedacht und infolge dessen Politik gemacht wurde. Die daraus entstandenen Gesetze haben weitgehend heute noch Gültigkeit, Wortschöpfungen der Nazis wie „Rauschgift“ oder die Polizei als „Freund und Helfer“ (Himmler) sind ebenfalls im alltäglichen Sprachgebrauch.

Werner Pieper legt mit diesem zweibändigen Werk eine mutige Dokumentation vor, zu der es im Buchhandel keine Alternative gibt. Er zeigt Aspekte der deutschen Geschichte aus einem Blickwinkel, der über Jahrzehnte nur in der Gerüchteküche oder den verdrängten Erinnerungen unserer Großelterngeneration existierte. Selbst die schier unglaublich perversen Menschenversuche mit unzähligen Substanzen in den deutschen Konzentrationslagern, die nach Kriegsende unter erzwungener Mithilfe deutscher Wissenschaftler von der CIA in den Vereinigten Staaten weiter geführt wurden, werden nicht ausgespart.

Das Buch ist keine leicht verdauliche Lektüre, denn es fordert den Leser zur Auseinandersetzung mit der Drogenthematik im dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte heraus.
Werner Pieper hat lange und intensiv recherchiert, um dieses Werk veröffentlichen zu können. Teilweise waren die betroffenen Unternehmen unserer Chemieindustrie von der eigenen Firmengeschichte selber überrascht.
Das Ergebnis liegt nun vor und hat das Potential, das Verständnis unserer eigenen Vergangenheit in ein anderes Licht zu rücken. Eine sehr beeindruckende Leistung.
Was machen eigentlich die Geschichtsprofessoren an unseren Universitäten den ganzen Tag?

me.

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